HIV und AIDS, besonders Waisenkinder
Derzeit sind weltweit weit über 30 Millionen Menschen mit dem HIV-Virus infiziert. 2 Millionen sind Kinder. Jeden Tag kommen 7.400 hinzu. 25 Millionen Menschen sind seit dem Auftreten von AIDS bereits gestorben, fast 20 Millionen davon waren Afrikaner – viele namenlos unter die Erde gebracht mit einem Grab ohne Grabstein. Pro Jahr sind es 2 Millionen Tote mehr. Afrika ist der Erdteil, der die Hauptlast der Epidemie zu tragen hat, mit verheerenden Folgen für Wirtschaft, Kultur und die Zukunft des Kontinents. Vor allem das südliche Afrika hat darunter zu leiden. Das Land mit der höchsten HIV-Prävalenz ist Swasiland, wo inzwischen jeder Dritte mit dem Virus lebt. Unter den Neuinfizierten befinden sich eine halbe Million Kinder, von denen die meisten schon bei ihrer Geburt von ihrer HIV-positiven Mutter angesteckt werden. Es ist keine Übertreibung, wenn man HIV/AIDS als die größte Seuche seit Menschengedenken bezeichnet, verheerender als der Schwarze Tod des 14. Jahrhunderts, dem damals rund 25 Millionen Menschen zum Opfer fielen.
Heute leben mehr Frauen mit dem Virus als Männer. Auch hier liegt Afrika vorne: Auf 10 infizierte Männer kommen 14 infizierte Frauen. Nicht, dass Frauen hier ein besonders risikoreiches Verhalten an den Tag legen würden (obwohl sich Frauen zuweilen prostituieren, um wenigstens den nächsten Tag überleben zu können), aber in Afrika ist es für Frauen schon ein hohes Risiko, verheiratet zu sein, weil Männer untreu sind und den Virus nach Hause bringen. Doch auch unverheiratete Frauen und Mädchen sind aufgrund von sexueller Gewalt in höchstem Maß gefährdet.
Es gibt rund 12 Millionen Aidswaisen, deren Väter oder Mütter oder beide Elternteile an AIDS verstarben. Ohne selbst infiziert zu sein, sind diese Kinder nichtsdestoweniger Opfer der Seuche, weil sie fortan ohne die Hilfe und das Einkommen ihrer Eltern ihr Leben fristen müssen. In einem von HIV und AIDS geprägten Umfeld sind gerade die verwaisten Teenager einem höheren Risiko durch HIV-Ansteckung ausgesetzt als Nicht-Waisen, weshalb es umso wichtiger ist, diese Jugendlichen in Förderprogramme aufzunehmen, da nur so der Teufelskreis von Verwaisung, Vernachlässigung, Ansteckung und Tod durchbrochen werden kann.
Hier finden Sie weitere Informationen und Hintergrundmaterialien zum Thema HIV und AIDS sowie durch AIDS verwaiste und gefährdete Kinder:
www.trotz-aids.de
Ein weiter Weg - Bestandsaufnahme zu Waisenkindern